So kommen Sie zum Kredit!
Kredit in Theorie und Praxis

Juristische Einordnung des Begriffs Kredit

An dieser Stelle wollen den Kredit respektive das Darlehen einmal von der juristische Warte aus betrachten. Was verbirgt sich konzeptionell hinter dem Begriff? Wie ist er gesetzlich gemeint und wo bestehen die Unterschiede zu anderen schuld- und sachenrechtlichen Konstruktionen?

Er ist etymologisch auf das lateinische „credere“ für glauben beziehungsweise vertrauen zurückzuführen. Demnach sind zentrale Aspekte der Geldleihe: Sicherheit, Risikoeinschätzung, Glaub- und Leihwürdigkeit. Allerdings sind diese Gesichtspunkte nicht nur für das Darlehen selbst zentral, sondern auch für die artähnlichen Konstrukte wie Miete, Pacht und Leihe.

Allen gemeinsam ist die Bereitstellung einer Sache von Person A an Person B. Dies ist regelmäßig eine Gewährung auf Zeit, was das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Kauf oder der Schenkung ist. Durch den Zeitaspekt können also die zwei Hauptkategorien schon differenziert werden. Wie aber gelingt es, eine Abgrenzung zwischen den verschiedenen Modellen innerhalb der nicht-dauernden Überlassungen zu finden?

Im Folgenden wollen wir den Kredit kurz den geläufigsten anderen Geschäftsformen gegenüber- und die Hauptunterscheidungsmerkmale herausstellenstellen:

1. Miete

Die zu übergebende Sache bei der Miete sind in der Regel ein oder mehrere dingliche Gegenstände, bewegliche oder immobile. Als naheliegende und weitverbreitete Beispiele fallen einem schnell die Wohnraum- und die Fahrzeugmiete ein.

Beim Kredit aber geht es normalerweise um sogenannte vertretbare Gegenstände im Sinne des § 91 BGB: „bewegliche Sachen, die im Verkehr nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt zu werden pflegen.“ Sie sind nicht individualisiert, so dass es bei der Rückabwicklung nicht um die Dinge selbst, sondern nur um sachgleiche geht.

Wenn man sich Geld als den Gegenstand vorstellt, ist sofort klar, dass bei der Rückzahlung selbstverständlich nicht dieselben Scheine an den Eigentümer zurückgegeben werden. Es handelt sich folglich um einen Darlehen.
Übernimmt man dagegen eine Wohnung und kündigt, geht der Vermieter jedoch ganz bestimmt davon aus, dass dieselbe Immobilie an ihn zurückgeht, nicht die baugleiche gegenüber. Somit handelt es sich um eine Miete.

2. Pacht

Die Unterscheidung zur Pacht folgt der Argumentation bei der Miete. Es gilt aber, eine kurze Abgrenzung zu dieser vorzunehmen. Im Gegensatz zum Mieter ist ein Pächter in der Regel gewerblich tätig und verdient mit dem gepachteten Gegenstand oder auf der gepachteten Immobilie seinen Unterhalt. Seinen Gewinn muss er nicht mit dem Eigentümer der Sache teilen. Denn sämtliche Forderungsrechte sind mit der Pacht abgegolten.

3. Leihe

Diese geschieht unentgeltlich, egal um welche Art Gegenstand es sich handelt. Dahinter steht kein Geschäft zur Gewinnerzielung, sondern meist handelt es sich um eine Behilflichkeit. Eine Sache wird überlassen und eine Einigung wird nur über den Zeitpunkt der Rückgabe getroffen. Durch den Gefälligkeitscharakter gibt es in aller Regel keine Haftungs-, oder Instandhaltungs- oder Reparaturrechte des Leihnehmers gegen den Eigentümer.