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Kreditformen und Kreditarten

Grundschulddarlehen

Der klassische Anwendungsfall der Grundschuld ist der Hausbau. Ein erworbenes oder geerbtes Grundstück bürgt mit seinem Wert für ein Bankdarlehen in ähnlicher Höhe. Die Realisierung eines Bauvorhabens verschlingt stets größere Summen an Finanzmitteln. Schon wenn man einmal überschlagartig versucht, die Kosten für ein solches Projekt zu berechnen, wird klar, dass man selbst mit ein paar angesparten zehntausend Euro nicht weit kommen kann. Jeder Stein, jeder Sack Putz, alle Fliesen, Parkett, Kacheln, Fenster, Türen, Zargen und das Dach: Alles zusammen kommt mit den Handwerkerleistungen, der Elektrik und dem Anschluss an das städtische Kanalsystem schnell auf eine sechsstellige Zahl. Bei diesen Summen bedeuten Finanzierungen häufig automatisch eine jahrzehntelange Verpflichtung. Die Annuität, sprich die monatliche Rate aus Gebühr und Tilgung, wird einen lange begleiten.

Was wäre eine Möglichkeit, die Belastung durch einen niedrigeren Aufschlag geringer gestalten zu können? Eine Option sind Bausparverträge. Gut, wenn man frühzeitig einen derartigen Vertrag abgeschlossen und sich dadurch einen niedrigen Zins gesichert hat. Aber was, wenn man darauf nicht zurückgreifen kann oder die zugesagte Summe der Bausparkasse nicht für das aktuelle Vorhaben reicht? Da erscheint bald die Hypothek als gangbare Alternative. Im Folgenden wollen wir diesen Bereich des Pfandrechts kurz vorstellen.

Die Grundschuld in der Theorie…

Sie ist ein Konstrukt des Sachenrechts innerhalb des Besonderen Teils des BGB. Um gültig und vollstreckbar zu sein, bedarf dieses Recht zunächst grundsätzlich keiner Gegenleistung. Es ist ein Gegenseitigkeitsvertrag, der mit der Unterschrift rechtsverbindlich ist. Die Grundschuld stellt ein Grundpfandrecht dar und wird in der Praxis häufig als Bürgschaft zwischen einem Kreditgeber und seinem Schuldner vereinbart. Gegenstand eines solchen Kontraktes ist in der Regel das Eigentumsrecht des Schuldners an einer Immobilie. Dazu zählen Grundstücke, Häuser/Gebäude und Eigentumswohnungen. Und er definiert die Gegenleistung zu dem eingetragenen Recht, nämlich die Bereitstellung von Kapital gegen einen Entgeltaufschlag.

Die Grundschuld ist somit eine vertragliche Erweiterung der Geldleihe. Sie wird im Grundbuch eingetragen und ist als Hypothek ein gern genutztes Rechtsinstitut der Kreditabsicherung.

…und in der Praxis des Bankwesens

Vor Abschluss eines Darlehensvertrags wird in einem Gutachten der Verkehrswert der angebotenen Sicherheit festgestellt. Dieser begrenzt die Höhe der zur Verfügung gestellten Geldmenge. Häufig liegt diese unter dem Verkaufswert. Der Gläubiger hat somit ein wirkungsvolles Mittel zur Risikobegrenzung gegen eventuelle Rückzahlungsausfälle. In einem solchen Falle könnte das Finanzinstitut den eigenen Schaden abwenden, indem es sein Pfandrecht wahrnimmt und die Möglichkeit der Zwangsversteigerung nutzt. Auch wenn dabei nicht der höchstmögliche Kaufpreis erzielt wird, reicht es dennoch regelmäßig, um den Leistungsausfall abzudecken.

Dadurch ist es wiederum der Bank möglich, auch bei größeren Summen einen attraktiven Zinssatz anzubieten. Sind solche Sicherheiten möglich, lohnt es sich, diese in Verhandlungen bei der Vor-Ort-Bank oder beim Online Antrag zu einer Kreditaufnahme einfließen zu lassen. Hier kann bares Geld gespart werden. Denn bereits eine kleine Verbesserung des Zahlungsprozentsatzes kann insgesamt einige hunderte bis tausende Euro einsparen.