So kommen Sie zum Kredit!
Kreditgeber

Die Rolle der Zentralbanken

In unserer globalisierten und medialen Welt fällt einem bei der Frage nach Zentral- oder Staatsbanken zunächst vielleicht gar nicht das heimische System ein, sondern die amerikanische Ikone der Geldwertlenkung Alan Greenspan. Fast 20 Jahre war er bis Anfang 2006 der Vorsitzende der US-Notenbank. Allerorts hingen die Menschen vor den Fernsehern und Tageszeitungen, wenn er die neue Zinsstrategie vorstellte. Egal, ob „kleine Fische“ wie der Normalbürger, der einen Teil seiner Ersparnisse gut angelegt sehen wollte, mittelständische Unternehmer, die Vorstände multinationaler Konzerne oder die Vertreter ganzer Staaten: Alle waren stets gespannt auf die Einschätzungen, Änderungen und Visionen des US-Amerikaners, die wegen der weltweiten Verflechtungen der Aktien- und Kapitalmärkte als DIE Leitrichtung angesehen wurde. Greenspan wurde wegen dieser weit über die eigenen Staatsgrenzen hinausgehenden Bedeutung und Wirksamkeit als einer der mächtigsten Männer der Welt betrachtet.

System Leitzins und Geldmenge

Die Arbeit der Währungshüter ist eine strategische Herausforderung und sehr komplex. Stets muss bestmöglich die Stabilität des Zahlungsmittels gewahrt werden. Die Finanz- und Kapitalmärkte müssen unter ständiger Beobachtung stehen, um einerseits spontan reagieren oder eingreifen zu können. Andererseits ist es von Bedeutung, aufgrund der Einschätzungen fundierte Prognosen für die Zukunft anzustellen.

Das Handwerkszeug für diese Aufgabe der zentralen Institute ist zunächst der Leitzins. Wird dieser festgelegt, orientieren sich sämtliche Aufschläge im Tagesgeschäft der Marktwirtschaft daran. Er legt fest, ob Geld teuer oder günstig eingeschätzt wird, d.h. etwa, ob Investitionen über Finanzierungen zurzeit sehr lohnenswert sind oder weniger. Da dadurch Kaufkraft und Investitionswille gestärkt werden können, sinkt das Zinsniveau in wirtschaftsschwachen Zeiten in der Regel. Dies wiederum darf nicht so weit getrieben werden, dass die Inflation zu stark zunimmt. Eine gute Geldpolitik hält im Idealfall das Gleichgewicht der Kräfte aufrecht.

Ein weiteres Instrument ist die Steuerung der Geldmenge im Land. Da die auch als Notenbanken bezeichneten Währungswahrer über monetäre Reserven verfügt, können sie die Mende des physisch vorhandenen Geldes im Umlauf steuern und so ebenfalls Einfluss auf den Markt nehmen. Ferner tritt die Institution als Kreditgeber für Geschäftsbanken, öffentliche Einrichtungen oder den Staat auf, um Einfluss auf die Liquidität wichtiger Player zu nehmen, Großausfälle zu verhindern und dadurch das Vertrauen zu stärken.

Die Deutsche Bundesbank

Sie entstand im Gipfel der Währungsreformen im Nachkriegsdeutschland 1957 aus dem Zweiklang aus der BdL (Bank deutscher Länder) und der Landeszentralgeldhäusern. Besonders in der Wiederaufbauphase war eine sozialperspektivisch gesteuerte Geldpolitik wichtig, sodass die staatliche Einflussnahme gestärkt wurde. Denn als elementar wichtig wurde es angesehen, den Wirtschaftsmotor wieder auf Wachstumstemperatur und die Bevölkerung in Lohn und Arbeit zu bringen. Dies rechtfertigte einen teilweisen Autonomieverlust des Institutes. Die Aufgabengebiete wurden schließlich im Bundesbankengesetz definiert.

Für die gesamte Europäische Gemeinschaft ist die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig, die 1998 im Zuge der Verfestigung der Europäischen Union gegründet wurde. Die von ihr gewonnenen Einschätzungen ergeben die Leitlinien ihrer Pendants in den Mitgliedsstaaten.

Fazit

Die nationalen wie übernationalen Zentralbanken haben durch ihre Tätigkeit im Dienste der Währungsstabilität einen direkten Einfluss auf das Kreditwesen. Suchen Sie nach einer Finanzierung für Ihren privaten Hausbau oder das neue Familienauto, orientieren sich die Angebote stets am aktuellen Basiszinssatz der Notenbank.