So kommen Sie zum Kredit!
Kreditgeber

Gilt Kreditinstitut = Bank?

Landläufig werden die beiden Begriffe schnell als gleichbedeutend verstanden und synonym benutzt. In unserem Alltag als private Kunden ist dies auch verständlich und eine strenge Differenzierung oder auch Abgrenzung zum Modell der Sparkassen nicht unbedingt notwendig.

Aber nach der Definition des deutschen Kreditwesengesetzes sind die beiden fraglichen Rechtsinstitute nicht identisch. Es ist, wie in der Mathematik, die Betrachtung der Schnittmengen zweier Einzelmengen notwendig. Etwas greifbarer wird die Sache, betrachtet man ein anschaulicheres Beispiel: Denn ganz intuitiv würde jeder sofort einsehen, dass jedes Fahrrad ein Zweirad ist, allerdings nicht umgekehrt jedes Zweirad auch ein Drahtesel. Schließlich fallen einem auf Anhieb auch Motorräder und Kickroller ein.

In Zusammenhang mit der Ausgangsfrage bedeutet das letzten Endes: Banken sind eine echte Teilmenge der Darlehensanstalten, sie sind sozusagen die „Fahrräder“. Das Geldhaus als Universalanbieter ist eine Variante der Kreditinstitute. Daneben existieren weitere, spezialisierte Institutionen wie zum Beispiel Bausparkassen, Teilzahlungs- oder Hypothekenbanken.

Gut, die Antwort auf die oben gestellte Frage ist also: Nein, im engeren Sinne sind die Begriffe nicht gleichzusetzen. Allerdings sind, wie anfangs bereits angeklungen ist, die Aufgaben derjenigen Geldinstitutionen, die im Sektor des Privatkundengeschäfts auftreten, sehr vergleichbar. Je nach Ausrichtung und Spezialisierung sind die Gewichtungen der einzelnen Dienstleistungen natürlich unterschiedlich, aber bei diesen Banken sind die Schnittmengen recht groß. Ein Unterschied sei hier bespielhaft kurz erwähnt: Die Einlagensicherung etwa ist bei Privatbanken und Sparkassen prinzipiell unterschiedlich geregelt.

Legitimierung und Bedeutung für das Geschäftsleben

Grundsätzlich haben „Geldvermieter“ mit den Gegenständen der Geschäftsbarkeiten, dem Mehrwerterwerb oder der Wertschöpfung materieller oder immaterieller Güter nichts zu tun. Dennoch sind sie elementar wichtig, besonders in unserer modernen „klein“ gewordenen Welt. Sie fungieren als Sharemen oder wie Kartengeber beim Black Jack im internationalen Handel, Finanz- und Kapitalgeschäft. Denn Sie treten zwischen den diversesten inner- und interstaatlichen Geschäftsparteien auf, wickeln Zahlungen ab, verschieben Kapital und vergeben Darlehen. Sie stellen sinnbildlich das Schmiermittel in der Handelsmaschine dar. Der Güteraustausch wird durch sie ermöglicht, erleichtert, beschleunigt und vielfach ausgeweitet.

Ein Wirksames Mittel der Ausweitung möglicher Händler-Kunden-Kreise ist die Finanzierung. Indem Geld zu einem gegenwärtigen Geschäft vorgestreckt werden kann, erhöht sich die Zahl etwaiger Vertragspartner um ein Vielfaches. Mehr Käufer können Waren erwerben, für die im Zeitpunkt Null die nötige Summe nicht vorliegt. Und die Verkäuferzahl nimmt ebenfalls zu, da sich die Anbieterseite nicht auf solche Lieferanten beschränkt, die eine Ratenzahlung bieten.

Dementsprechend hat sich das Kreditgeschäft über die Jahrhunderte der Menschengeschichte etabliert und wurde zu einem selbstverständlichen Teil des Wirtschaftsverkehrs.